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Ingomar von Kieseritzky |
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"Obsession Ein Liebesfall" dtv/Klett-Cotta,ISBN 3-423-11503-3 ´Der Patient W. ist von seiner unglücklichen Liebe weder durch die Zuwendung des Dr. Zenoni, eines Spezialisten für die Therapie romantischer Liebe, noch durch die sexuellen Angebote einer amerikanischen Psychologiestudentin noch durch unermüdliche Eigenversuche wie etwa Betäubung mit Hilfe von Alkohol oder Verbrennen von Devotionalien zu heilen. Una hat ihn verlassen...´ So der Klappentext und so das Buch. Eine Werther-Extremsatiere lieferte 1984 ein Autor ab, der die Feder dort ansetzt, wo der Begriff Zynismus seine Grenzen in Richtung Phantastisches findet. Geschmacklos sagten Freunde, denen ich in zügelloser Übergeisterung eine Leseprobe aufzwang. Kieseritzky macht nicht nur depressiv - er ist die fleischgewordene satireschreibende Depression ! Woher diese Gefühle, fragt Mann sich betroffen, während Frau gelangweilt resumiert, wie oft sie heute wohl schon die Vokabel Macho gebraucht hat. Für alle Kieseritzkys gilt: Entweder gleich in die Ecke oder starke Suchtgefahr und tiefgreifende Veränderung des Denkens (in Richtung dunkelgrau). Ich habe mich für letzteres entschieden, und siehe da: Bei keinem anderen Autor mußte ich derartig ungehemmt und lauthals Lachen - über das Gelesene und über den Leser. Kieseritzky darf man auf keinen Fall innig verstehen wollen. Man muß ihn viel mehr genießen. Spätestens nachdem man die ersten zehn vergeblichen Suchvorgänge im eigens neu erstandenen Fremdwörterbuch hinter sich hat, kommt man drauf, K. ist es egal, ob es ein Fremdwort schon jemals gab, bevor er es in seine Gedankenerzählungen, Listen und Dialoginszenierungen einreiht. Zweifel kommen einem an der eigenen Kenntnis überhaupt aller Dinge. K.'s Kunst ist das Spiel mit Sprache, mit undenkbaren Gedanken und der Lebendigkeit des Lesers. Die Modalitäten sin wichtig ! Alle weiteren K.-Werke sind unter den gleichen Gesichtspunkten ebenfalls überaus zu empfehlen... |
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gelesen von m.n. |