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..."Tatsächlich, als ich aus der Telefonzelle rauskam, stand er da. Ich habe ihm schon an der Nasenspitze angesehen, dass etwas nicht in Ordnung ist. Bestätigt wurde es mir dadurch, dass er mich nur kurz umarmte und sagte, dass wir reden müssten. Mir schwante schon fürchterliches, ich weiß nicht, ich hatte es geahnt. Es hat 'ne ganze zeitlang gedauert, bis er anfing zu reden. es fiel ihm wirklich nicht sonderlich leicht. Aber trotzdem ist Schluss. Sagt er. Grund: Er kommt im Moment mit seinen Gefühlen nicht so ganz klar. Akzeptiert - den gleichen GRund hatte ich auch, als ich mit meinem ersten Freund Schluss gemacht habe. TRotzdem ist es SCheiße! "...
...wollen Sie so etwas lesen ? Seitenweise, Tausende, Millionen, Milliarden solcher Tagebucheinträge müssen Jugendliche heute durchleben. Ein wahres Horrerszenario der Pubertät. Früher durften die süßen Geheimnisse dieser himmelhochjauchezenden und abgrundtiefen Zeiten auf ewig in den tiefen der Jugendschreibtischschubladen verschwinden. Heute wird der ganze Kummer veröffentlicht. Das Schloß der Tagebücher scheint ein für alle mal geknackt. Was hätte ich damals noch für einen verschämten Blick in das Diarium meiner Liebsten gegeben. Jetzt genügt ein schnöder Mausklick, und die Seelen aller Traumfrauen und -männer lassen sich online durchstöbern, herunterladen, ausdrucken und als Beweismittel für den nächsten Krach verwenden.
Im Zuge der wohl wirklich allumfassenden Outingwelle müssen wir also nicht nur Pfarrer Fliege alias Jesus und seinen ilusteren Gästen die Vergangenheit und die Gegenwart verarbeiten, nein nun holt uns auch das ganze pubertäre Chaos nocheinmal ein und wir müssen seitenweise lesen, was wir so mühselig über all die harten Jahre der Adoleszens verdrängt hatten. Das ist nicht fair ! Wir brauchen ein Cybersitterprogramm, das uns arme Erwachsene von solchen Seiten fernhält.
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